METAV 2018 bestätigt anhaltendes Konjunkturhoch in der Metallbearbeitung

01.03.2018

METAV 2018 bestätigt anhaltendes Konjunkturhoch in der Metallbearbeitung

METAV setzt Impulse für Investitionen und initiiert spontane Geschäftsabschlüsse – Neues Ausstellungskonzept ist etabliert

Düsseldorf, 24. Februar 2018. – Nach fünf ereignisreichen Messetagen schließt die METAV 2018 – 20. Internationale Messe für Technologien der Metallbearbeitung – heute ihre Tore. „Die Qualität der Kunden ist erfreulich hoch. Und es ist tatsächlich so, dass wir auch hier unsere Maschinen verkaufen konnten“, fasst Reiner Hammerl, Managing Director of Sales and Marketing bei Index in Esslingen, das Geschehen zusammen. Und Andreas Lindner, Geschäftsführer der deutschen Niederlassung des spanischen Herstellers Bimatec Soraluce in Limburg, kann dies noch toppen: „Erst heute Morgen haben wir auf der METAV einen Riesenabschluss über 1 Mio. Euro gemacht, mit einem Kunden, den wir am Morgen nicht auf dem Plan hatten und für den es auch kein Angebot gab. Genau das ist der Punkt und macht die Qualität der METAV aus: Ein Kunde kommt auf die Messe und gibt 1 Mio. Euro aus. Wir sind zufrieden!“

Der Bericht der beiden Aussteller zieht sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung. Gezielte Gespräche mit kompetenten Kunden auf hohem Niveau, teils unerwartete Maschinenverkäufe und die Erschließung neuer Kundengruppen – diese Aspekte spiegeln sich in zahlreichen Berichten der Aussteller wider.

METAV setzt Impulse für Investitionsentscheidungen

Die hervorragende Branchenkonjunktur zeigte sich wie erwartet auch auf der METAV 2018. Rund ein Drittel der Besucher geben in der Besucherbefragung an, dass sie Investitionen planen, vor allem in Werkzeugmaschinen, Messtechnik, Fertigungs- und Prozessautomatisierung sowie Präzisionswerkzeuge. „Das zeigt uns, dass wir mit der Fokussierung der METAV auf den Kernbereich der Metallbearbeitung und die ergänzenden Themen in den Areas goldrichtig liegen“, sagt Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer beim METAV-Veranstalter VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken), aus Frankfurt am Main. Bemerkenswert auch: Rund ein Viertel der Besucher mit Investitionsabsichten will mit neuen Maschinen seine Kapazitäten erweitern.

„Die boomende Konjunktur enthält allerdings für uns auch einen Wermutstropfen. Die Unternehmen sind stark ausgelastet. Deshalb war absehbar, dass viele Firmen ihre Mitarbeiter kaum entbehren können. In Folge kamen 26.500 statt der von uns erwarteten rund 30.000 Fachbesucher“, sagt Wilfried Schäfer. Allerdings liegt der Auslandanteil konstant bei rd. 11 Prozent. Die Auslandsbesucher kamen aus etwa 50 Ländern. Der größte Anteil reiste aus den Niederlanden, der Schweiz, Belgien und Österreich an.

Die deutschen Besucher kamen erwartungsgemäß zu drei Vierteln aus West- und Norddeutschland. Rund ein Fünftel machte sich erfreulicherweise aus dem Süden und Südwesten der Republik auf den Weg nach Düsseldorf. Nina Bruckner, Prokuristin bei der Karl Bruckner GmbH in Weinstadt, bestätigt: „Unser Ziel ist vor allem die Kundenpflege. Wir können daher auch unsere Topkunden aus Süddeutschland begrüßen und erwarten ein gutes Nachmessegeschäft.“ Tatsächlich beabsichtigen mehr als die Hälfte der Besucher, im Nachgang zur METAV gegebenenfalls Aufträge zu vergeben.

Neues METAV-Ausstellungskonzept ist etabliert

Das Area-Konzept, das vor zwei Jahren aus der Taufe gehoben wurde, und auf die Themen Qualität, generative Fertigung, Werkzeug- und Formenbau sowie Medizintechnik fokussiert, hat sich nun bei Ausstellern und Besuchern voll etabliert. „Wir waren 2016 zum ersten Mal auf der METAV, weil uns das neue Konzept der Areas überzeugt hat. Wir finden in der Moulding Area die gesamte Prozesskette für Hasco wieder, von der Maschine über den Normalienbedarf bis hin zur Software“, sagt beispielsweise Axel Fehling, Gebietsverkaufsleiter bei Hasco Hasenclever in Lüdenscheid.

Die Areas stellen Themen und Produkte gleichermaßen heraus. In den angeschlossenen Foren werden ergänzende Informationen angeboten. Die Fachbesucher kennen dieses Angebot mittlerweile. Ihr Interesse richtet sich demnach stark auf Werkzeugmaschinen und Präzisionswerkzeuge, dabei auch speziell auf Maschinen für den Werkzeug-, Formen- und Modellbau, Prüf- und Messtechnik sowie Qualitätsmanagementsysteme und – mit erheblichem Zuwachs – auf Additive Manufacturing. Über 90 Prozent der Besucher sind mit der Angebotspalette zufrieden.

Eine zentrale Rolle spielt auch Industrie 4.0. Lösungen dazu wurden im gleichnamigen Themenpark präsentiert, aber auch auf vielen Ständen der 560 Aussteller. Der VDW nutzte das Messeumfeld, um über seine Brancheninitiative zur Entwicklung einer gemeinsamen, herstellerneutralen Schnittstelle für die Anbindung von Maschinen an übergeordnete IT-Systeme zu berichten. „Es liegt noch viel Arbeit vor uns, trifft aber genau den Nerv vieler Anbieter und Nutzer in kleinen und mittelständischen Unternehmen“, sagt Schäfer.

Nachwuchs auf den Wandel in der Produktion einstellen

Das andere große Thema der Branche ist der Fachkräftemangel in den technischen Berufen. Die Nachwuchsstiftung Maschinenbau arbeitet u.a. mit der Sonderschau Jugend auf der METAV schon seit vielen Jahren daran und nutzt die Messe, um jungen Menschen die Faszination Technik und die beruflichen Möglichkeiten in der Branche zu vermitteln. „Die Nachhaltigkeit der Nachwuchsentwicklung ist vor dem Hintergrund der Digitalisierung und den Veränderungen, die Industrie 4.0 mit sich bringt, der Schlüssel für den zukünftigen Unternehmenserfolg. Diese waren u.a. zentrale Themen in den Gesprächen mit Ausbildern und Lehrern im Rahmen der Sonderschau Jugend“, sagt Peter Bole, Leiter der Nachwuchsstiftung Maschinenbau.

Die Aussteller schätzen die Aktionen der Nachwuchsstiftung Maschinenbau. „Wir spüren den Fachkräftemangel deutlich. Hier können wir die jungen Menschen live für die neuen Technologien begeistern, denn sonst ist es schwierig an den Nachwuchs heranzukommen, zumal es keinen klassischen Ausbildungsberuf für Additive Manufacturing gibt“, sagt Lars Markus, Leiter Anwendungstechnik und Service Additive Manufacturing bei Renishaw in Pliezhausen.

Rahmenveranstaltungen vertiefen das Ausstellungsprogramm

Auch die Rahmenveranstaltungen zur METAV 2018 kamen gut an. Sie thematisierten die generative Fertigung, Schleif- und Spanntechnik und den Brandschutz. Ein Highlight war sicher die Konferenz Inside 3D Printing. Programmdirektor Franz-Josef Villmer, Professor für Produktentwicklung, Innovationsmanagement und Rapid Technologies an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, sagt: „Die führende internationale Fachkonferenz Inside 3D Printing auf der METAV 2018 kam auch in diesem Jahr inhaltlich, fachlich und von der Organisation bei den Teilnehmern hervorragend an. Sie schätzten das vielseitige Programm mit top-aktuellen Schwerpunkten, 45 Vorträge internationaler Referenten und die Diskussion und den Austausch mit Experten. Praktische Anschauung bot die Möglichkeit zum METAV-Besuch im Anschluss an die Konferenz, bei dem die Vorträge und die Diskussionen vertieft werden konnten.“

„Alles in allem hat die METAV 2018 die gute wirtschaftliche Lage der Branche und die Investitionslaune der Abnehmerindustrien bestätigt“, sagt Wilfried Schäfer vom VDW abschließend. Das sieht auch die Mehrheit der Aussteller so. Über 80 Prozent wissen jetzt schon, dass sie bei der nächsten METAV wieder dabei sein werden. Sie wird im März 2020 stattfinden.

 

 

Aussteller- und Besucherstimmen zur METAV Düsseldorf 2018

Ausstellerstimmen

Andreas Lindner, Geschäftsführer, Bimatec Soraluce Zerspanungstechnologie GmbH, Limburg, Deutschland:

„Einerseits kommen wir schon aus Tradition zur METAV, das ist überhaupt keine Frage. Die METAV gehört fest zur Werkzeugmaschinenbranche, ich selbst bin schon seit über 30 Jahren hier. Andererseits ist wichtig, dass die Besucher eine hohe Qualität mitbringen. Und da erleben wir auf der METAV den gleichen Effekt, den wir bereits auf der EMO gesehen hatten: Es kommen insgesamt weniger Besucher als bei der Vorveranstaltung. Sie sind dafür aber qualitativ viel hochwertiger. Dasselbe stellen wir hier fest.“

Markus Piber, Managing Director, Deckel Maho Pfronten GmbH, Pfronten

„Die Qualität der Kunden ist sehr hoch, weil es sich sehr oft um die Eigentümer handelt, die selbst noch an der Maschine stehen. Somit ist natürlich auch das Know-how sehr hoch. Es sind sehr interessante Gespräche, zumal die Kunden meistens an einer partnerschaftlichen Beziehung interessiert sind – was für uns ein ganz wichtiges Instrument für die Zukunft ist.“

Björn Svatek, Sales and Marketing Director Modular Solutions, Emag Maschinenfabrik GmbH, Salach

„Die METAV ist für uns eine klassische Käufermesse und eine der besten Messen, was den Verkauf von Maschinen betrifft. Ich war trotzdem überrascht über den großen Besucherandrang in diesem Jahr. Auch die Qualität der Gespräche ist auf der METAV definitiv höher als im Ausland.“

Lukas M. Mürdter, Vertriebsaußendienst, EVO Informationssysteme GmbH, Durlangen:

„Wir hatten eine ganz tolle Messe hier und sind sehr zufrieden. Gerade auch über die Möglichkeit, Vorträge in der Moulding Area zu halten. Das war eine wirklich interessante Sache, und wir haben uns über viele gute Rückmeldungen gefreut. Wir kommen 2020 gerne wieder!“

Christian Thiele, Leiter Unternehmenskommunikation und Marketing, Paul Horn GmbH, Tübingen:

„Stark frequentiert, sehr gute Qualität.  Die Metav 2018 überzeugte uns durch zahlreiche Besucher auf dem Horn-Stand. Dabei hat sich die Qualität der Kontakte, Gespräche und Anfragen im Vergleich zur ebenfalls guten Vorveranstaltung 2016 nochmals gesteigert.“

Reiner Hammerl, Managing Director of Sales and Marketing, Index-Werke GmbH & Co. KG, Esslingen:

„Eine Messe ist für uns typischerweise keine Verkaufsmesse, daran messen wir auch nicht ihren Erfolg. Aber es ist tatsächlich so, dass wir auch hier unsere Maschinen verkaufen konnten, was uns natürlich freut. Die Qualität der Kunden ist erfreulich hoch, und sie kommen in der Zwischenzeit sehr bewusst auf Messen. Es gibt weniger Laufpublikum, so wie man es von früher kennt. In der Regel ist man ganz schnell in Fachgesprächen und das erhöht natürlich die Effizienz einer solchen Messe deutlich.“

Dr. Marcus Stuhlert, Vice President Sales Germany, Mahr GmbH, Göttingen:

„Wir spüren immer mehr die Verschmelzung von Fertigung und Messtechnik. Deshalb bieten wir auch Inline-Messungen an, bei denen mithilfe von Robotern die Automatisierung in die Fertigung eingebracht wird. Es kommen viele Betriebsleiter zur METAV, die genau nach einer solchen Lösung fragen. Daher ist diese Messe immer einer der ersten Gradmesser des Jahres. Hier bereitet man sich auf die Trends des Jahres vor. Wir treffen auf der METAV weniger QS-Leiter als vielmehr Betriebsleiter, und die kommen auch außerhalb des klassischen Automotive-Bereichs.“

Jens Wunderlich, Geschäftsbereichsleiter Vertrieb, Profiroll Technologies GmbH, Bad Düben

„Nordrhein-Westfalen ist ein zu wichtiger Markt für uns. Deshalb können wir auf die METAV nicht verzichten. Unsere Kunden sind zu 80 Prozent kleinere metallverarbeitende Unternehmen. Außerdem begrüßen wir auf der METAV auch immer Kunden aus Russland. Sie kommen von privat geführten Unternehmen, die ganz gezielt deutsche Technik beschaffen wollen. “

Besucher

Alexandra Lazarevic, Director Intelligent Air Solutions, Mann + Hummel, Ludwigsburg

„Sehr spannend, sehr interessant, wir haben viele Insights bekommen, viele Informationen. Wir sind auf der METAV, um nach Filtergusssystemen und natürlich auch nach digitalen Lösungen zu schauen. Wir informieren uns aber auch über Bedarfe und Wünsche der Kunden, um diese bestmöglich zu erfüllen. Wir werden wiederkommen, auf jeden Fall!“

Frank Neuschulz, Geschäftsführender Gesellschafter, Mayer Feintechnik GmbH, Göttingen

„Den bekannten Tunnelblick habe ich heute nur fotografiert und nicht bekommen. Auch wenn die Summen schwindelerregend waren. Ich habe auf der Messe etwas mehr Geld ausgegeben als ich ursprünglich wollte. Ich habe 0,6 Mio Euro in die deutsche Wirtschaft investiert und somit meinen ganz persönlichen Beitrag geleistet. Nun geht es wieder nach Hause“

Jasmin Pyka, Auszubildende, Phoenix Contact, Blomberg

„Spannend sind natürlich die riesigen CNC-Maschinen, die wir von uns auch kennen. Bei uns sind sie aber viel kleiner und nicht ganz so beweglich. Außerdem kann man auf der METAV auch einmal etwas Anderes sehen.“

Roland Ramirez, Director Operations COO, Tridec, Niederlande

„Wir kaufen neues Equipment für unsere Firma und haben heute den Vertrag unterzeichnet. Das war der Hauptgrund, warum wir auf der METAV sind. Sehr positiv ist, dass alle viel Zeit haben und bis ins Detail mit einem diskutieren möchten. Es ist auf jeden Fall eine Alternative zu Hannover.“

Stimmen zu Rahmenveranstaltungen und Sonderständen

Peter Bole, Leiter der Nachwuchsstiftung Maschinenbau, Bielefeld

„Die Nachhaltigkeit der Nachwuchsentwicklung ist vor dem Hintergrund der Digitalisierung und den Veränderungen, die Industrie 4.0 mit sich bringt, der Schlüssel für den zukünftigen Unternehmenserfolg. Diese waren u. a. auch zentrale Themen in den Gesprächen mit Ausbildern und Lehrern im Rahmen der Sonderschau Jugend.“

Andreas Zabel, Privatdozent, Institut für Spanende Fertigung, TU Dortmund:

„Wir haben mit dem Schleifseminar erneut einen Rahmen für den regen Austausch zwischen Fachleuten aus Industrie und Forschung geschaffen. Vorträge aus den drei Themenfeldern Prozesse, Werkzeuge sowie Maschine & Umfeld deckten ein breites Spektrum der Schleiftechnologie und der Feinbearbeitung ab. So wurden Forschungsergebnisse zu Schleifprozessen und zur Werkzeugentwicklung vorgestellt, aber auch Lösungen zur Handhabung und Automatisierung von Schleifwerkzeugen und Werkstücken. Während der lebhaften Diskussion im gut gefüllten Saal konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer austauchen und zahlreiche neue Kontakte knüpfen.

Düsseldorf, im Februar 2018

 

 

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